Solidarität

Ihr hat Bertold Brecht gleich ein ganzes Lied gewidmet. In diesem Lied, das er vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise zwischen 1929 und 1930 geschrieben hat, ruft er alle ArbeiterInnen auf der ganzen Welt auf sich zusammenzuschließen. Gemeinsam soll das Proletariat den bestehenden Ungerechtigkeiten und Ausbeutungen durch die Herrschenden entgegentreten und sich dadurch aus seiner eigenen Armut befreien.

Solidarität bedeutet also, dass Menschen gemeinsam viel mehr erreichen und durchsetzen können als alleine. Bereits während der französischen Revolution gingen Menschen mit gleichen Interessen zusammen auf die Straßen um für ein besseres Leben zu kämpfen. Ähnliches stellte sich bei der industriellen Arbeiterschaft ein, die ebenfalls gemeinsam für eine Verbesserung ihrer Lebenslage auf die Straßen gingen. Solidarität bedeutet Zusammengehörigkeit, Verbundenheit und gegenseitiges Verantwortungsgefühl. Solidarität meint wesentlich mehr als Almosen. Solidarität ist die Bereitschaft der Menschen, füreinander einzustehen und sich gegenseitig zu helfen, wenn sich jemand in einer Notlage befindet. Ihr liegt die Überzeugung zu Grunde, dass die Starken für die Schwachen und die Generationen füreinander sorgen.
Solidarität macht nicht an Ländergrenzen Halt. Insbesondere bei den Jusos hat die internationale Solidarität einen besonderen Stellewert und eine lange Tradition: Solidarität gilt weltweit.

In unserer heutigen Gesellschaft steht vor allem der Sozialstaat für die organisierte Solidarität. Das Gesundheitssystem kann zum Beispiel nur davon leben, dass die Starken und Gesunden für die Schwachen und die Kranken einstehen. In einer zunehmend individualisierten Welt wird es immer schwieriger, die Interessenvielfalt zu organisieren. Es sollte jedoch im Interesse aller sein, die Bereitschaft zur Solidarität weiterhin lebendig zu halten.